Donnerstag, Juni 25, 2009

Weltwohnen beim Sommerfest.



Lesung am Samstag, den 04. Juli, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart

Mit dabei:
Falko Hennig
Sarah Iwanowski
Thomas Pletzinger

Wir lesen Texte aus dem Weltwohnen-Blog und zeigen Lichtbilder dazu. Immer zur vollen Stunde in der Scheune. Ich fange an: 20 Uhr.

Überhaupt lohnt sich der Abstecher zum Sommerfest der Akademie Solitude.
Hier der offizielle Ankündigungstext:

Das Sommerfest der Akademie bietet 2009 jede Menge Musik. Das seit Langem mit der Akademie befreundete Ensemble ascolta gestaltet den Abend rundum musikalisch. Neben Originalfilmmusik von Erik Satie aus den 1920er Jahren (mit Filmausschnitten) wird die ganze Bandbreite zwischen Unterhaltungsmusik und »ernster« Neuer Musik ausgeschöpft.

Benjamin Lauterbach, Literatur-Stipendiat 2008/2009, wird seinen literarischen Reise-Blog »Weltwohnen« vorstellen und Sie gemeinsam mit anderen »Weltwohnen«-Autoren auf virtuelle Lesereisen mitnehmen.

Außerdem wird es Performances, Ausstellungen und offene Studios zu erleben und zu sehen geben sowie das am 4. Juli letztmalig geöffnete »Open Archive« von [promise, practice, protocol – performing future presences].

Für Ihr leibliches Wohl sorgt Jörg Mink von der Schloss Solitude Gastronomie. Die Kunst des Gesprächs, der Unterhaltung und die Kunst an sich stehen wie immer im Mittelpunkt. Willkommen zum Fest!

Eintritt: 3 Euro, Beginn: 19 Uhr.

Montag, Juni 22, 2009

Hunger?



Im ICE von Frankfurt nach München, 22 Uhr. Plötzliches Hungergefühl. Im Bistrowagen nach Kleinigkeiten gefragt, verschiedene Sandwiches angeboten bekommen. Schließlich ein Putensandwich gekauft: Weißbrot, Pute, Ei, Paprika und Soße. Zurück am Platz den Aufkleber mit den Zutaten (siehe Photo unten) studiert. Wer isst sowas? Man soll sich nicht unnötig aufregen über Dinge, die man nicht ändern kann. Leicht gesagt. Konservierungsmittel, Verdickungsmittel, Antioxidationsmittel, Festigungsmittel, Mehlbehandlungsmittel(!), Emulgatoren, Säureregulatoren, E E E... Mein Sitznachbar im Scherz: "Das grenzt ja an Körperverletzung." Die Bord-Bistro-Karte vom Juni steht unter dem Motto: 'Fit wie ein Profi - Holen Sie sich frische Energie für Körper und Geist'. Die Karte HIER runterladen. Ich schmiere in Zukunft wieder Stullen.

Die Zutatenliste lässt sich per Mausklick vergrößern.

Samstag, Juni 13, 2009

Star-Architekt sehr enttäuscht.



Ist das ein Beispiel für die moderne (irgendwie heimliche) Anwendung der Hoheitsrechte? Oder nur der Beweis, dass man als Mitglied einer Königlichen Familie noch gehört wird? Ob sich Prinz Charles auch für die Umgestaltung Leonbergs stark gemacht hat, ist mir nicht bekannt.

Freitag, Juni 05, 2009

Gastgarten.



Die Kellnerin, Mitte 40, Goldrandbrille, ganz in weiß, Schürze und Bluse
Der Gast, Mitte 60, Haarkranz, beige Jacke (hüftlang) von P&C
Die Ehefrau, Anfang 60, weißes Haar, bunter Blazer, Ecco Shuhe

Ein Gastgarten in einem gehobenen gastronomischen Betrieb.

-

Kellnerin: Also: Wir haben Nusstorte, Erdbeerschnitten/

Gast: /Mmmh!

Kellnerin: /Johannisbeerkuchen, Apfelkuchen, beschwipsten Apfelkuchen...

Gast: Uiuiuiui!

Kellnerin: (stolz) Jaja, der ist mit Eierlikör.

Gast: Na!

Kellnerin: Dann kann ich Ihnen anbieten: Käsekuchen, Streuselkuchen/

Gast: Lieber keine Streusel.

Kellnerin: Schwarzwälder Kirschtorte?

Gast: Mit Sahne?

Kellnerin: Wenn Sie möchten...

Gast: Lieber nicht.

Kellnerin: Oder Sacher Torte? Kaffeesahnetorte?

Gast: Sie sind mir eine! Toll!

Kellnerin: Und dann haben wir noch unsere selbstgemachte Zitronenrolle.

Gast: Mmh, ja, gut! Was sagten Sie? Zitronenrolle?

Kellnerin: Die macht unser Chefkoch selbst, ja.

Gast: Und die anderen Sachen?

Kellnerin: Was darf ich Ihnen denn bringen?

Gast: Zwei Kaffee.

Kellnerin: Zwei Kaffee, sehr gerne. Und ein Stück Kuchen dazu?

Gast: Haben Sie auch Eis?

Kellnerin: Natürlich. Wir haben Schoko, Erdbeer und Vanille.

Gast: Nur die drei?

Kellnerin: Ja.

Gast: Aha.

Kellnerin: Also doch zwei Stück Kuchen dazu?

Gast: Zwei Kaffee, bitte.

Kellnerin: Kein Kuchen?

Gast: ...

Kellnerin: Sehr wohl, die Herrschaften. Bring ich gleich. (geht ab)

Kurzes Schweigen. Ein Greifvogel steht über der Wiese vor dem Wald still in der Luft.

Gast: Schön hier.

Ehefrau: ...

Gast: Schön grün. Dahinten, schau mal, der Wald. Der ist so grün dieses Jahr.

Ehefrau: ...

Gast: Hier müssen wir mal mit Barbara her.

Ehefrau: ...

Gast: Man sitzt auch ganz gut auf diesen Stühlen. Was ist das? Metall?

Ehefrau: ...

Gast: ...

Ehefrau: ...

Gast: In der Sonne ist es auch gar nicht so kalt.

Ehefrau: ...

Gast: Jetzt ist nämlich Schafskälte. Grad jetzt muss die sein.

Ehefrau: Ich hätt gern so einen Nusskuchen gegessen.

Gast: Das nächste Mal.

Ehefrau: ...

Gast: Die haben hier eine gute Auswahl.

Ehefrau: Oder einen Johannisbeerkuchen.

Gast: ...

Ehefrau: Einen Johannisbeerkuchen, ja.

Gast: Jetzt trinken wir Kaffee. Der schmeckt dir auch.

Dienstag, Juni 02, 2009

Go Charlie!





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Montag, Mai 11, 2009

Gutes Gespräch.

Ein unerwartetes Treffen, ein aneinander Vorbeilaufen, Guten Tag, Hallo, alles klar? Wir sprechen. Kurz, ohne den Schritt zu verlangsamen, ohne uns später umzudrehen, grundlos. Grau der Himmel, zu schwer das Essen, ein neues Auto, Einkaufstüten oder der Wunsch, in Urlaub zu fahren. Die Familie, die Freunde, Klaus oder Dirk, Kathrin hat Masern. Schön gehört? Jemand streift kurz meine Schulter mit seiner Hand, ein Abklopfen. Immer auch ein Nicken, ein Lächeln, gefroren bis zur nächsten Straßenecke, eine Grimasse. Mir ist das häufig peinlich. Und immer bin ich mir ziemlich sicher: Das war jetzt kein gutes Gespräch.

Donnerstag, April 02, 2009

Springsick.



Und der alte Wagen, hagelgezeichnet, rollt dich bergabwärts Richtung Stuttgart, Winterreifen gehen weich über warmen Asphalt, aus den Boxen wirbelt das Staccato von Whitest Boy Alive, Mut sollst du zeigen, Tapferkeit: kein Problem. Und über dir sitzt die Sonne frech zwischen Quellwolken, die Natur herauszufordern - das Thermometer im Amaturenbrett zeigt 14, zeigt 15, zeigt 15,5 Grad. Und dann siehst du die Fensterputzer am Neuen Schloss, und die Politesse steckt ein Knöllchen an einen Dacia Logan und hat doch nur das lächerlichste Hütchen auf. Und der Stauffenberg-Gedenkstätte mal einen Marsch blasen, denkst du und lächelst, während dir die Ampeln ihr Grün schenken und das Kunstmuseum in der Ferne schon auf dich wartet. Und du spürst dieses Ziehen in der Magengegend. Wie jedes Jahr diese neue Liebe, du willst jetzt nur noch irgendwo da draußen sitzen, sonnenbebrillt willst du es allen zeigen: Frühling.